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Land der Wunder – Land der Monster:

Unser Chinabild – von Marco Polo bis heute

Eine Veranstaltung des Konfuzius-Instituts Düsseldorf und der GDCF Düsseldorf

Datum: Donnerstag, 17.09.2026 | Zeit: 19:00 Uhr | Eintritt: frei
Ort: Konfuzius-Institut, Graf-Adolf-Str. 63, 40210 Düsseldorf (Nähe Hbf.)

Der Vortrag verfolgt die Entwicklung des Chinabildes entlang der Geschichte der Begegnung zwischen China und Europa.
Dabei lassen sich vom 14. bis zum 19. Jahrhundert eine positive (Marco Polo, Jesuiten-Mission, Aufklärung – "Land der Wunder") und eine negative Phase (industrielle und Französische Revolution, Opiumkrieg, Boxeraufstand, Gelbe Gefahr – "Land der Monster") ausmachen.

Im 20. Jahrhundert verläuft die Entwicklung bewegter: zunächst positiv, dann negativ, dann wiederholt Auf- und Abstiege (Kulturrevolution, Gefahr des Wirtschaftsstandorts Deutschland, neue Gelbe Gefahr etc.). In jüngster Zeit hat sich das Chinabild deutlich verdunkelt und tendiert wiederum zum stereotypen "Land der Monster".

Es zeigt sich, dass die gegenwärtige Berichterstattung von 3 Kennzeichen geprägt ist
1. Vereinfachung in den Medien und Reduktion auf bestimmte Themen
2. Dämonisierung Chinas
3. China-Politik ist deutsche Innenpolitik. Als Fazit lässt sich festhalten, dass das Chinabild nicht so sehr die Wirklichkeit Chinas, sondern unsere jeweiligen eigenen politischen Präferenzen und Themen widerspiegelt.

Referent:   Prof. (em.) Dr. Karl-Heinz Pohl, Universität Trier

Über den Referenten:
Karl-Heinz Pohl, geboren 1945 in Saarlouis. Studium der Sinologie, Japanologie und Kunstgeschichte an den Universitäten Hamburg, Bonn und Toronto (Kanada). 1982 Ph.D. in East Asian Studies an der Universität Toronto. 1987 - 1992 Professor für chinesische Literatur und Geistes-geschichte an der Universität Tübingen. 1992 - 2012 Professor für Sinologie an der Universität Trier.
Arbeitsgebiete: chinesische Geistesgeschichte, Ethik und Ästhetik des modernen und vormodernen China, interkulturelle Kommunikation und Dialog zwischen China und dem Westen.