„China neu denken“
Lesung mit anschließender Diskussion von Prof. Dr. Thomas Heberer
Eine Veranstaltung der GDCF Düsseldorf und des Konfuzius-Instituts Düsseldorf
Datum: Donnerstag, 03.12.2026 | Zeit: 18:30-20:00 Uhr | Eintritt: frei
Ort: „Stadtfenster“ - Zentralbibliothek, Konrad-Adenauer-Platz 1 (KAP1), 40210 Düsseldorf
In China-Büchern handelt es sich in den letzten Jahren überwiegend um geopolitische Fragen. Innenpolitisch stehen Fragen der Wirtschaftsentwicklung im Vordergrund. Wenige beschäftigen sich mit der inneren Verfasstheit des Landes und seiner politischen Kultur. Um China und sein Verhalten besser zu verstehen, müssen wir uns aber gerade mit diesen Themen verstärkt auseinandersetzen.
Nach einer Einschätzung der Gründe für das negative Image des Landes befasst sich Thomas Heberer mit der Frage wie und in welcher Form es Ende der 1970er Jahre zu dem Reformprozess gekommen ist, der die Grundlage der Erfolgsgeschichte Chinas in den letzten vier Jahrzehnten gelegt hat. Dies erfolgt weitgehend durch die Darstellung persönlicher Erfahrungen und Erlebnisse in den 1970er und frühen 1980er Jahren im Rahmen seiner Tätigkeit als Lektor und Übersetzer in einem chinesischen Verlag in Peking.
Um das China von heute besser verstehen zu können, bearbeitet der Autor mit vier grundlegenden Themenfeldern: dem Bewusstsein von Geschichte im Denken der Menschen; Weltbildern und religiösen Praktiken; dem Verhältnis von Staat und Gesellschaft sowie mit dem privaten Unternehmertum. Eigene Feldforschung und Begegnungen in China bis in die Gegenwart tragen zur Konkretisierung allgemeiner Aussagen bei.
Zuletzt werden aktuelle geopolitische Fragen beleuchtet sowie eine Vorausschau auf die Zukunft gewagt.
Über den Referenten:
Prof. Dr. Thomas Heberer ist Ethnologe, Politikwissenschaftler, Sinologe und Seniorprofessor für Politik und Gesellschaft Chinas an der Universität Duisburg-Essen. Er beschäftigt sich seit über 50 Jahren mit China, war 1975 erstmals in diesem Land. Von 1977-1981 war er als Lektor und Übersetzer an einem chinesischen Verlag in Peking tätig, danach fast jährlich mindestens drei Monate zu Feldforschungszwecken zu verschiedenen Themen und in verschiedenen Regionen Chinas unterwegs. Er hat über 60 Bücher und Hunderte von Aufsätzen über China verfasst, überwiegend in deutscher, englischer und chinesischer Sprache.